Dies ist für mich eines der wichtigsten Fotos in der derzeitigen Situation: es zeigt die Rolle der Frau in diesem Aufstand auf. Mousavi hat seine Frau in den Wahlkampf eingebracht, Frauen sind überall dabei, diese Frauen eilen einem Regimegegner zu Hilfe, der von vier Männern verprügelt wird… Foto: AP
Der Kurznachrichtendienst Twitter, der per Internet und Handy funktioniert, ist das Medium der
derzeitigen Revolution im Iran, von der man noch nicht eindeutig sagen kann, ob sie sich nicht zu einem Bürgerkrieg entwickeln könnte. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Toten, laut Tweets sind es weit mehr als die bislang gemeldeten sieben.
#iranelection ist bei Twitter der bisherige Hauptkanal für Nachrichten aus dem Iran, doch aus zahlreichen Tweets ergibt sich das Bild einer Revolution, die vom Volk bzw. zumindest von der städtischen Bevölkerung getragen wird. Auf vielen Tweets wird dazu aufgefordert, die Ereignisse per Handyfoto oder -video festzuhalten und die Bilder in die Welt zu tragen. Auch die Veröffentlichung von Fotos auf Flickr und die Kommunikation über Facebook spielt eine wichtige Rolle.
Twitter ist als Medium in dieser Situation so bedeutend, dass die US-Regierung angeblich darum bat, die von Twitter angekündigten Wartungsarbeiten aufzuschieben, die das Medium ab 23 Uhr etwa eine Stunde lahmlegen würden. Nachtrag: Und es ist offensichtlich so: Es ist 23.3o Uhr und es wird weiter gezwitschert. Fotos, die ihren Weg aus dem Iran fanden und die man auch am Nachmittag hier sehen konnte, wurden in besonders eindrucksvoller Form hier veröffentlicht. Resultat: Innerhalb von 24 Stunden gab es 750.000 pageviews!
Wenn Sie sich einschalten und ein wenig an Serverattacken gegen die iranische Regierung teilnehmen wollen, können Sie das ganz leicht hier tun, doch beachten Sie bitte, dass dies eventuell nicht legal ist, auch wenn es gegen ein verbrecherisches Regime geht.
Um weitere Todesopfer zu vermeiden, hat der unterlegene Reformkandidat Mousavi (Foto) seine Anhänger dazu aufgerufen, friedlich zu demonstrieren. Daraufhin versammelten sich gewaltige Menschenmengen in den Straßen, viele von ihnen trugen einen medizinischen Mundschutz, um ihr Gesicht zu verbergen.
Spiegel Online: USA bremsen Twitter-Wartungsarbeiten








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