Zur Islamisierung Europas
Juni 27, 2009 by osi
Von Astrid Meyer-Schubert
Essay aus “Die Neue Ordnung ” Nr. 3, Juni 2009
Die Frage, ob für Europa die Gefahr einer Islamisierung besteht oder nicht, läßt sich anhand der im Jahr 2008 gehaltenen Kölner Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan mit einem klaren Ja beantworten. Denn selten wurde in einer politischen Ansprache der Brennpunkt der Auseinandersetzung zwischen Abendland und Orient so offenbar wie in diesem Antiassimilierungsaufruf an die eigenen Landsleute. Daher kann auf diese Rede noch auf unabsehbare Zeit als Modellbeispiel zurückgegriffen werden, zumal entschiedene Reaktionen deutscher Politiker ausgeblieben sind.
Wieder einmal signalisierte Deutschland in dem Versäumnis eindeutiger politischer Akzentsetzungen eine Lähmung, die bei Beobachtern die Frage aufkommen läßt, inwieweit sich nicht nur die deutschsprachige, sondern überhaupt die europäische Kultur der Gefahr einer Islamisierung bewußt ist.
Wer hier antwortet, es handle sich um Paranoia oder Panikmache, möge sich darüber im Klaren sein, daß es ein Verantwortungsbewußtsein den nächsten Generationen gegenüber gibt und frage sich, ob unsere Kinder eines zukünftigen Tages noch die politischen und sozialen Probleme friedlich zu lösen imstande sein werden, die wir hier und heute schaffen. Der sich als ‚guter Mensch’ gefallende Deutsche oder Österreicher öffnet irrigerweise gern seine Grenzen und übersieht dabei die Möglichkeit eines einziehenden trojanischen Pferdes, das seine Enkel und Urenkel in dramatische Verwirrungen stürzen könnte. Wehren wir also den Anfängen und beschwören nicht die nächste politische Katastrophe herauf. Während der Jugendkrawalle in Frankreich machten Islamisten den Vorschlag, Mullahs mit den Jugendlichen reden zu lassen, denn nur sie würden bei ihnen Gehör finden. In den Niederlanden wurde der Regisseur Theo van Gogh ermordet, Ajaan Hirsi Ali muß sich noch immer verstecken. Die Engländer und Spanier leben in ständiger Angst vor neuen Anschlägen, während der deutschsprachige Bereich bisher zwar verschont blieb, die Justiz in Deutschland sich aber immer wieder mit innermuslimischen Ehrenmorden konfrontiert sieht. Bisher jedoch scheint allein Dänemark zu erkennen, daß islamistische Zuwanderer einer Integration schwer zugänglich sind. Der Bau einer unverhältnismäßig großen Moschee mit zwei Minaretten mitten in Köln/Ehrenfeld ist recht unpassend in einem Augenblick, wo zur Diskussion gestellt werden muß, ob der Islam überhaupt in demokratische Gesellschaften integrierbar ist. Desgleichen existiert im österreichischen Vorarlberg das Problem, ihn in Form von Moscheen und Friedhöfen zu institutionalisieren. In Österreichs Universitäten dürfen Musliminnen mit Kopftuch islamische Religionspädagogik studieren, was paradoxerweise sogar in Ankara bis vor kurzem noch aufgrund des laizistischen Anspruchs verboten war und es einzelne Rektoren an türkischen Universitäten noch immer untersagen. Soll man demnächst die Matura in Türkisch machen dürfen und dabei Deutsch als Fremdsprache wählen können, so perfektionieren wir morgen jedes Migrantenkind im Kindergarten in seiner Heimatsprache, um ihm anschließend die deutsche Sprache beizubringen (neuerdings geistert die ‚Erkenntnis’ herum, daß nur derjenige für eine Fremdsprache tauglich sei, der in der Muttersprache gefestigt ist). Für deutsche und österreichische Lehramtskandidaten stehen eines Tages Türkisch und andere Immigrantensprachen als Pflichtfächer auf ihren Studienplänen, damit sie auch die Kinder der Migranten zufriedenstellend zu unterrichten wissen. Und übermorgen sehen wir uns vielleicht noch mit der Forderung islamischer Religionsgemeinschaften konfrontiert, in den jeweiligen Heimatsprachen den Koran zu vermitteln. Aber dies alles tun wir doch gern, weil wir vom ‚Duft der anatolischen Erde’ (siehe Erdogan-Rede) so benommen sind, daß wir offensichtlich jede eigene Argumentationsbasis verloren haben. Die Asylpolitik der neunziger Jahre scheint in dieser Bewußtseinstrübung zustande gekommen zu sein Das derzeitige gesellschaftspolitische Handeln bezüglich der Migration wird vom „Gutmenschen“ geprägt und ist in seiner Verantwortungslosigkeit kaum noch zu überbieten. Diese Bezeichnung für den tonangebenden politischen Mainstream ist deshalb so treffend, weil hier ein Bild von Österreichern und Deutschen gezeichnet wird, das stark darauf bedacht ist, nicht in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt zu werden und sich so offen und menschenfreundlich wie nur möglich zu zeigen. Der deutschsprachige Bereich hat schwer am nationalsozialistischen Erbe zu tragen. Deshalb darf sich aber politisches Verhalten nicht auf eine völlige Ausschaltung eines Feindbildes bezüglich anderer Kulturen hin extremisieren. Eine Verdrehung des Opfer/Täterverhältnisses besteht, wenn das negative Handeln des kulturell Anderen allein als Re-Aktion auf unsere Integrationspolitik gedeutet wird. Das Ignorieren der Möglichkeit einer Nichtintegrierbarkeit zumindest des Islam ist weder eine realistische Art der Politik noch der Vergangenheitsbewältigung. Auch ruft die politische Einteilung in links und rechts zum Nachdenken auf, weil dadurch die Mitte zum Schweigen gebracht wird. Schon demjenigen, der es wagt, sich kritisch zur Migrantenpolitik zu äußern, wird Mißtrauen entgegengebracht und faschistoides Verhalten unterstellt. Hinter einer Toleranz dem Islam gegenüber verstecken sich deshalb nicht nur selbstgerechte ‚Guttaten’, sondern ebenso Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit und Furcht, gegen die vom Mainstream diktierte Islamfreundlichkeit aufzubegehren. Wer dagegen ist, wird moralisch abgekanzelt und als ‚Unmensch, Kleingeist oder Germanisierer’ stigmatisiert. Die Politik des „Gutmenschen“ jedoch, die in ihrer Radikalität in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen hat, nimmt Formen an, denen in ihrer schrankenlosen Ausgestaltung Einhalt geboten werden muß. Die Psyche des „Gutmenschen“ arbeitet folgendermaßen: Um ganz anders zu sein als der “Bösmensch“, macht er genau das Gegenteil von dem, was dieser tun würde und landet damit im anderen Extrem. Das Gefühl der Fremdheit z.B., welches in der Begegnung mit dem unbekannten anderen ein Unbehagen aufkommen läßt und deshalb Vorsicht gebietet, wird rational übersprungen. An seine Stelle tritt eine durch Selbstsuggestion hervorgerufene Sympathie, welche sich durch überzogene Positiv-Emotionalität selbst rechtfertigt. Der mangelhafte Realitätssinn der Fremdenproblematik gegenüber nährt beim politischen Beobachter den Verdacht, der „Gutmensch“ sei nur die Kehrseite des so oft beschimpften „Bösmenschen“. Andersartige Kulturen, eine andere Religion werden in Wahrheit nicht als ‚anders’ wahrgenommen, sondern der Ideologie der von Natur aus friedliebenden Menschheit einverleibt. Die Vorstellung einer Multikulturalität entspringt dieser schwärmerischen Projektion, welche sich über den realen Boden von Tatsachen hinwegsetzt, das andere durch falsch verstandene Toleranz und vermeintlich eigenes Gutsein unbewältigt läßt und damit unlösbare Probleme schafft. Nur ein Argument, das z.B. gegen eine unkritische Etablierung des Islam innerhalb unseres Kulturkreises spricht, ist dasjenige der Organisation des Raumes. Ist Europa vom Christentum und von der Aufklärung geprägt, so läßt es sich innerhalb dieses Europas (oder in diesem speziellen Fall Deutschland) nicht in enger Nachbarschaft mit einer alles überragenden Moschee und zwei Minaretten leben, von denen aus die Muezzin fünfmal täglich Muslime und Musliminnen zum Gebet rufen. Der Islam fordert ganz andere Zeitrhythmen und Lebenszusammenhänge als unser Kulturraum es ihm bieten kann. Die deutschen und europäischen Anwohner wiederum werden sich fünfmal am Tag in ihren Tagesabläufen gestört fühlen, was unabsehbare Aggressionen hervorrufen wird. Wenn der „Gutmensch“ also meint, seine Toleranz und freiere Gesellschaftsform seien ausreichende Garanten dafür, um auf Dauer friedlich leben zu können, so ist es seinem Größenwahn zuzuschreiben, anzunehmen, der andere, d.h. seine eigene Kultur beibehaltende Fremde, würde ihm dafür Anerkennung entgegenbringen. Von sich als einem Wohltäter der Menschheit überzeugt, neigt er in Verkennung der Realität zu gefährlicher Selbstüberschätzung. Und dieses macht auch das Unbehagen der schweigenden Mitte aus, die sich zwischen dem Selbstbetrug des „Gutmenschen“ und der realen Gefahr eines schleichenden Islamismus positioniert sieht. Sie erkennt ganz deutlich, jenseits romantischer Verklärungen, die Verachtung, mit der uns Islamisten – und auch die friedliebenden – begegnen. Denn es ist eben nicht so, daß sie unsere Kultur akzeptieren – sie verachten sie vielmehr als eine von dekadentem Verhalten geprägte Welt, nutzen aber gern den Sozialstaat, weil er ihnen Freiheiten, Sicherheiten und einen gewissen Wohlstand garantiert, also all das, was ihre Heimatländer nicht bieten können. Auch wenn der friedliebende Durchschnittsislamist unauffällig und weitgehend politisch uninteressiert unter den Europäern lebt, heißt es nicht, daß seine Kinder, die im islamischen Selbstverständnis aufwachsen, es genauso tun werden. Die relativ autoritätsfreien gesellschaftlichen Strukturen der westlichen Zivilisation, die Anerkennung der Frau als selbstbestimmtes menschliches Wesen, die Aufwertung des Einzelnen in seiner Individualität, im Gegenzug dazu aber auch die Auflösung der Familienstrukturen, der Exhibitionismus unserer Körper, der Sexualitätswahn, die Gottlosigkeit und z.B. der mangelnde Ehrbegriff, der dem islamisch denkenden Menschen so wichtig ist, müssen ihn nach anfänglicher Verwirrung schließlich zur Verachtung und damit noch tiefer in sein religiöses Denken treiben. Spätestens Erdogans Rede und der Beifall seiner Landsleute sollten zum Nachdenken über unsere kulturelle Identität zwingen, die wir der islamistischen ohne Selbsterniedrigung entgegen setzen können.
Die Gefahr europäischer Selbstschwächung
Die Freiheiten und Sicherheiten des individuellen und sozialen Denkens sind Errungenschaften einer auf der Basis christlicher Religion ermöglichten aufgeklärten Kultur. Dem in der Geschichte zeitweilig unmenschlich gewordenen und sich von seinem Glaubenskern entfernenden Christentum wurde durch die Mithilfe des Protestantismus ermöglichte Aufklärung Einhalt geboten, der einzelne zur Eigenverantwortlichkeit angehalten, Religion und Staat getrennt. Daß ein jeder dann auch wiederum nach seiner eigenen Façon selig werden darf, wird nun von Islamisten weidlich ausgenutzt, obwohl sie selbst von ihrer Religion her diese Trennung letztlich ausschließen.
Hier aber liegt die Lähmung des aufgeklärten Staates. Er gibt nur den Rahmen menschlichen Handelns vor, vermittelt aber keine Inhalte. Der Staat hat allein regelnde Funktion. Die Frage des Menschen nach einem übergeordneten Sinn seines Handelns, das Warum und Wofür menschlichen Leidens können Religionen und philosophische Systeme beantworten und den notwendigen Trost spenden. Die metaphysische Inhaltsleere unserer ökonomisch diktierten und aufgeklärten Welt wittern andere Kulturen wie der Islam und versuchen, diese Lücke auszufüllen. So werden wir nicht nur mit einer gewaltbereiten muslimischen Jugend konfrontiert, sondern üb erhaupt mit zugewanderten Moslems, die sich erst bei uns radikalisieren. Von Demokratie und Luxus angezogen, waren sie anfangs sogar bereit, sich einzugliedern, erkannten dann aber die Sinnleere unserer materialistisch orientierten Welt. Die Anforderungen der Aufklärung wie Vernunft, Freiheit, Rechtsstaat und Individualismus, welche Mündigkeit und verantwortungsvolles Selbstdenken voraussetzen, sind schwer zu erfüllen und fordern den Einzelnen sowie die Gemeinschaft tagtäglich heraus, so bewußt wie nur möglich im Umgang mit Emotionen zu leben. Welch hoher Anspruch hier an den handelnden Menschen gestellt wird, der mit der Aufklärung den obersten Rang im Denken einnehmen soll und wie schwer an diese Zielsetzung heranzukommen ist, zeigt uns die europäische und deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts.
Um der aufklärerischen Zermalmung traditioneller Werte zu entkommen, entstand in Europa vor mehr als zwei Jahrhunderten die Bewegung der Romantik. Sie warf der Aufklärung vor, sich von Nützlichkeitserwägungen und ökonomischen Prinzipien leiten zu lassen und versuchte, der ihrer Ansicht nach abtötenden Vernunft Lebendigkeit entgegenzusetzen, die sie im ‚Reiz des Lebens auf der Unbegreiflichkeit, auf dem Geheimnis’ (A.W. Schlegel) beruhend fand, und damit die Poesie, die Leidenschaft und die Sinnlichkeit propagierte. Gefühl und Ergriffenheit sollten wieder mehr zu Wort kommen, später auch Politik und Machtausübung ästhetischer und schöpferischer werden. Diese Vernunftmüdigkeit und die Forderung nach mehr Phantasie und Leidenschaft waren allerdings Mitgrund für die größten politischen Radikalisierungen des 19./20. Jahrhunderts. Nationalismus und ‚wissenschaftlich’ untermauerte Sozialromantik führten zu Nationalsozialismus und Marxismus. Beide waren unter anderem auch politische Reaktionen auf eine kalte und inhaltsleere kapitalistische, sich an der Ware mehr als an sinnvollen Werten orientierenden Welt. Die einen wollten mit den Worten Nation und Rasse Identität verleihen, die anderen der ökonomischen Ausbeutung der Menschen Einhalt gebieten und unter der Rousseauschen Prämisse des von Natur aus guten Menschen mit einer nicht-entfremdenden Ökonomie eine humanere Welt schaffen. Doch weder gelang den Nationalsozialisten die Heranzüchtung des starken – noch den Kommunisten mit ihrer scheinbar menschlicheren Gesellschaftsvorstellung die Konstruktion des klassenlosen Menschen. Während der Nationalsozialismus den Holocaust herbeiführte, verkannte der Marxismus die gierige Natur des Menschen und endete in Terror und Diktatur. Heute müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß beide Ideologien gescheitert sind. Erstere hat im deutschsprachigen Raum Europas so viel Verwirrung gestiftet, daß die in ihm lebenden Menschen nicht mehr zwischen gut und böse, richtig und falsch zu unterscheiden wissen. Gefangen in einem Knäuel aus Schuldgefühlen und Wiedergutmachungsversuchen, verliert der „Gutmensch“, indem er allem und jedem Asyl gewährt, sein Verhältnis zur politischen Realität und öffnet unsere Tore dem Trojanischen Pferd. Die Selbstschwächung unserer westlichen Welt besteht zweifellos in der durch die Aufklärung eingeleiteten Sinnkrise, wobei man hier zwischen einer Verantwortungs-und Aufdeckungsaufklärung unterscheiden muß. Während erstere Werte setzt, erzeugt die zweite neben Emanzipation aber auch Unterhöhlung. Wenn wir als Beispiele der letzteren die Philosophie Feuerbachs und die Psychoanalyse nehmen, welche das Bild Gottes als menschliche und sexuelle Projektion herausarbeiten, so kann sie mit ihrer Entwertung übernatürlicher Entitäten durch die Rückführung auf menschliche Phantasien zwar helfen, die einseitig männlich besetzte Bildlichkeit Gottes kritisch zu hinterfragen, führt aber doch wieder als psychoanalytische Entblätterungswissenschaft zu Inhaltslosigkeit. Damit verliert sich der europäische Mensch im Sumpf der Sexualität, in der Blödigkeit bloß ästhetischer Körperlichkeit, im radikalen Egoismus und in einer alles dominierenden Ökonomie. Das Verantwortungsgefühl für den Mitmenschen und die Fähigkeit des Selbstdenkens bleiben dabei auf der Strecke. Mit dem fehlenden Inhalt wird aber auch der durch die Verantwortungsaufklärung gegebene Rahmen funktionslos und führt Europa in eine gefährliche Handlungslähmung. So ist zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit der europäischen Religion, also dem Christentum, und dem Erfahrungsschatz sowie dem Wissen der vergangenen Jahrhunderte zu raten, um aus dieser Agonie herauszufinden.
Nur eine argumentative Stärkung Europas (von dem Saddam Hussein Anfang der neunziger Jahre sagte, daß es nicht ernstzunehmen sei) kann der schleichenden Islamisierung ein Ende bereiten, bevor sie richtig begonnen hat. Hätte für die Aufnahme der Türkei in die EU das Argument eines Puffers zum islamistischen Orient hin hilfreich sein können, so ist dieses seit Erdogans Auftritt hinfällig geworden. Mit seiner aufreizenden Rede und dem provokantironischen Nachsatz, wovor die Deutschen denn Angst hätten, hat er sich und sein Land für eine europäische Mitgliedschaft selbst disqualifiziert. Daß es in Deutschland nun für die drei Millionen Türken Zeit sei, Einfluß auszuüben sowie für die fünf Millionen in der EU, Bürgermeisterposten anzustreben, demonstriert die Gefahr türkischen und islamistischen Machtstrebens. Seine Rede beweist aber auch, daß es nicht Schuld der Europäer ist, zu ghettoisieren oder Parallelgesellschaften durch Ausgrenzung heranzuzüchten, sondern daß es die Migranten selbst sind, die sich nicht einordnen wollen. Mit dem europäischen Integrationsversuch stoßen zwei Kulturen aufeinander, deren Asymmetrie nicht größer sein kann. Die islamischen Menschenrechte können mit den unsrigen nicht mithalten, weil sie a) durchweg den göttlichen Gesetzen untergeordnet werden (Scharia) und sich b) damit nicht auf alle Menschen beziehen, die ‚frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind’. So kommen wir nicht umhin, die Frage zu stellen, ob es überhaupt für den Islamisten Möglichkeiten des Verstehens unserer Kultur gegenüber geben kann.
Ist er in der Lage nachzuvollziehen, daß jeder Mensch außerhalb seines muslimischen Glaubens Würde hat, die menschenrechtlich gesichert ist? Hat er die Fähigkeit, das Recht einer menschlichen Existenz ohne seinen transzendenten Gott anzuerkennen? Wenn noch nicht einmal die politischen Führer des Orients bereit sind, sich von diesen leider anzunehmenden Defiziten zu verabschieden, wir also bis heute eindeutige Signale diesbezüglich vermissen müssen, wie können wir dann an das Gelingen einer Integration des Islam in Europa überhaupt glauben? Es war und ist eine Inkompetenz der Türkei, ihren Landsleuten ökonomisch wie sozial kein ausreichend lebbares Dasein zu gewährleisten, und so fühlen sie sich gezwungen, in andere Länder mit einer fremden Kultur auszuwandern. Da ist es nur allzu menschlich, daß sie ein Stück Heimat mitbringen, um sich in der neuen Welt einzurichten. Allerdings müssen sie ihre Ansprüche auf eine Verbreitung ihrer Kultur innerhalb der EU zurücknehmen. Und auch wenn es Erdogans unausgesprochene Ambition ist, durch die Besetzung institutioneller Machtpositionen vielleicht eines Tages die Islamisierung Europas durchzusetzen, so sollten wir darauf dringen, nur noch Staatsbürgerschaften denjenigen zu verleihen, die eine kritische und aufgeklärte Distanz zu ihrer Religion nachweisen können. In Simultaneität zur Terrorismusbekämpfung wäre eine Integration mit dem Ziel der Assimilation erforderlich. Nur so kann letztlich ein islamistischer Marsch durch die Institutionen aufgehalten werden. Die Anpassung an abendländisches Denken und Fühlen ist unvermeidbar bei der Eingliederung in europäische Länder. Europa muß sich selber schützen, durch das Aufleben christlicher Werte von innen stärken und ihnen mit dem in den letzten Jahrhunderten erworbenen Wissen neu begegnen. Dies ist von immenser Bedeutung in einer Zeit der Globalisierung, wo sich die verschiedenen Kulturräume im Dialog verständigen müssen.
Dr. phil. Astrid Meyer-Schubert war Lehrbeauftragte in Berlin und Bukarest und wirkt als freie Publizistin in Wien.






“Die Frage, ob für Europa die Gefahr einer Islamisierung besteht oder nicht, läßt sich anhand der im Jahr 2008 gehaltenen Kölner Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan mit einem klaren Ja beantworten. ”
Nicht nur auf Grund dieser Rede!
Als im Jahre 711 n. Chr. Tarik Ibn Siyad mit 7.000 Mann die Meerenge von Gibraltar überquerte, erfolgte der erste Angriff der Muslime auf Europa, dem 1354 der zweite mit der Überschreitung der Dardanellen durch die Osmanen, dem führenden Stamm der türkischen Völker Anatoliens, folgte. Heute wohnen wir dem historischen Geschehen der dritten aggressiven Expansionswelle des Islam bei, die unter anderem mit der Gründung der Muslimbrüderschaft im Zusammenhang steht und ihren Anfang nahm.
Als eines Abends im März 1928 in der ägyptischen Stadt Ismailia eine Gruppe von sechs jungen Männern an die Tür von Hasan al-Banna (1906-1949), einem zweiundzwanzigjährigen Grundschullehrer mit großen Kenntnissen in islamischer Theologie, klopfte, um ihn zu ihrem Leiter und geistigen Führer zu ernennen, wurden der Keim und der Grundstein gelegt für eine islamische Bewegung, die sich entfaltete und bis heute wirkt. Sie gab sich den Namen „Muslimbruderschaft“ (Hizb al-Ikhwan al-Muslimun) und das aufschlussreiche Motto: „Allah ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Djihad ist unser Weg. Auf dem Weg Allahs zu sterben ist unsere größte Hoffnung“.
Der keimhafte Anfang dieser kleinen Gruppe war zunächst gekennzeichnet durch eine intensive Rückbesinnung auf die Ursprünge und die Fundamente des Islam, verbunden mit einer von religiöser Inbrunst getragenen missionarischen Aktivität, die sich, ausgehend von Ägypten, stetig weitete und sich heute auf die ganze Welt erstreckt. Dieser geistige Aufbruch war als Antwort auf den damaligen dominierenden Einfluss der westlichen und christlichen auf die östliche und islamische Welt gedacht. Es sollte ein Weckruf sein an die schwindende Macht des Islam, die sich beispielsweise auch in der Abschaffung des letzten Kalifats durch Mustafa Kemal Atatürk im Jahre 1924 zeigte.
Konnte der erste Angriff auf Europa im Jahre 732 n. Chr. von Karl Martell durch die Siege bei Tours und Poitiers abgewehrt und der zweite Angriff mit der Niederlage der Muslime bei der zweiten Belagerung Wiens im Jahre 1683 n. Chr. beendet werden, so stehen wir heute mitten in einem Geschehen weltbewegenden Ausmaßes mit ungewissem Ausgang. Die dritte Angriffswelle hat eine andere Form der Kriegführung und Auseinandersetzung, sie setzt auf Einwanderung, Vermehrung und Terror. Die Islamisierung erfolgt diesmal von innen heraus, unter Verwendung der Kampfmittel und Möglichkeiten, welche die Demokratie und das Rechtssystem des Westens selbst, in Verbindung mit der Demographie, bieten.
Grund genug also, den Gedanken und Plänen der Muslimbrüder Aufmerksamkeit zu schenken und die Frage zu stellen, nach welchen Prinzipien sie heute die Islamisierung Europas betreiben. Selbstverständlich versuchen sie mit allen Mitteln ihre wahren Absichten vor den Ungläubigen zu verbergen. Natürlich bemühen sie sich ihr Tun zu verharmlosen und täuschen Friedfertigkeit gemäß dem islamischen Gebot der „taqiya“ (arab.: Vorsicht, Verstellung) vor.
Mehr durch Zufall wurde ein Dokument von den Schweizer Behörden im November 2001 während einer Razzia entdeckt, das auch für uns etwas Licht ins Dunkel der Gründe und Hintergründe dieser Islamisierungspläne bringt. Zunächst blieb die Information über dieses Dokument, das in Terrorabwehrkreisen als „The Project“ bekannt ist, und die Diskussion über seinen Inhalt auf die abgeschirmte Welt westlicher Geheimdienste beschränkt. Aus diesem heute öffentlich bekannten Strategiepapier der Muslimbrüder sind nachfolgend einige Punkte angeführt:
• Infiltration und allmähliche Übernahme bereits bestehender muslimischer Verbände und deren Ausrichtung nach den Zielen und Plänen der Muslimbruderschaft.
• Netzwerkbildung und abgestimmte Aktionen zwischen verschiedenen islamischen Organisationen.
• Vermeidung offener Allianzen mit bekannten Terrorgruppen und einzelnen Islamisten, um in der Öffentlichkeit den Anschein zu erwecken, eine moderate Haltung einzunehmen.
• Anwendung von Täuschung und Lüge, um die beabsichtigten langfristigen Ziele zu verschleiern, sofern es sich mit den Gesetzen der Scharia vereinbaren lässt.
• Aufbau einer intellektuellen islamischen Gemeinde mit Think Tanks und Anwaltszirkeln.
• Aufbau eines sozialen Netzwerks mit Schulen, karitativen Einrichtungen und Krankenhäusern, die alle den Idealen der Muslimbruderschaft verpflichtet sind, um auf allen Ebenen für Kontakte Gleichgesinnter zu sorgen.
• Unterstützung von Djihad-Bewegungen überall in der Welt: mit Gebeten, Propaganda, Personal, Geld, Technik und Logistik.
• Erhebung der Frage der Zukunft der Palästinenser zur Zukunftsfrage für alle Muslime.
• Schüren des Hasses von Muslimen gegenüber Juden und Zurückweisung jedweden Versuches, gemeinsam friedlich mit Juden leben zu können.
• Suche nach Geldquellen, um den Djihad überall in der Welt finanziell unterstützen zu können.
Man ist betroffen und empört. Betroffen wegen der abgrundtiefen Bösartigkeit, empört über die Raffinesse, mit der wir Ungläubige belogen und betrogen werden sollen. Es macht auch ratlos, und es lässt sogar die Frage entstehen, ob diese gemeine Handlungsweise tatsächlich den ethischen Prinzipien des Islam entspricht. Es ist erschreckend, aber leider tatsächlich so, dass diese für unsere Begriffe abartige Moral keineswegs eine Verfälschung durch die Muslimbruderschaft darstellt, sondern fest auf dem Fundament der Religion selbst steht, genau so wie sie Mohammed selbst verkündet und vorgelebt hat. Der Islam bestätigt in ungeschminkter Form, was er schon immer war, jedoch historisch in den verschiedensten Verkleidungen vorgetragen hat: eine Ideologie, die Machtpolitik mit Gewalt betreibt und mit Religion begründet (sinngemäß nach H.-P. Raddatz, „Von Allah zum Terror?“, S. 147).
Diese Aktivitäten der sunnitischen Muslimbruderschaft sind mit dem 50-Jahresplan der iranischen Führung im Einklang, der Ende der 90er Jahre bekannt gegeben wurde. Laut eines iranischen Dokuments besteht der Plan darin, die Islamische Revolution durch Predigten, die Ermunterung schiitischer Emigration, den Immobilienerwerb, den Aufbau politischer Organisationen, die Infiltrierung der lokalen politischen Apparate und die Übernahme verschiedener Parlamente und Schaltzentralen politischer Macht in die Nachbarstaaten und darüber hinaus zu exportieren (Jonathan D. Halevi und Ashley Perry: „Die globale Reichweite der Hisbollah“).
Astrid Meyer-Schubert: “Sie erkennt ganz deutlich, jenseits romantischer Verklärungen, die Verachtung, mit der uns Islamisten – und auch die friedliebenden – begegnen.”
Die Unterscheidung von Islam und Islamismus (1) einerseits, und von gläubigen Muslimen und Islamisten beziehungsweise Terroristen (2) andererseits, ist Unsinn.
1.) Nicht nur der türkische Ministerpräsident Erdogan meint, dass es nur den einen Islam gibt: “Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.”
Die vom Westen gebrauchte vielleicht auch erfundene Differenzierung zwischen Islam und Islamismus ist eine politisch gewollte Irreführung. Damit will man den “authentischen”, ach so guten Islam von dem “politisch missbrauchten Islam”, den man dann Islamismus beziehungsweise Terrorismus nennt, trennen, um uns die Friedlichkeit des Islams aufschwätzen zu können. Die religiöse Seite des Islams, die mit den “fünf Säulen des Islams” umschrieben werden kann, ist untrennbar verbunden mit der politischen Seite, die im Bedarfsfalle mit rücksichtsloser Gewalt die Interessen gemäß der Scharia durchsetzt. Diese Verbindung ist essentiell und untrennbar. Es gibt nur einen Islam.
2.) Der erste Islamist beziehungsweise Terrorist im Islam war Mohammed selbst, das Vorbild aller Muslime.
Ein Terrorist ist ein genauso gläubiger Moslem wie jeder andere, und dient genauso gottgefällig Allah, nur mit anderen Mitteln, die an sich, nach islamischer Auffassung, weder gut noch böse sind.
Der Unterschied zwischen einem Terroristen, der den politischen Aspekt des Islam vertritt, und einem gläubigen friedlichen Moslem, der den religiösen Aspekt im Auge hat, ist nicht grundsätzlicher Natur, er besteht vielmehr in der Intensität der Umsetzung von Allahs Auftrag und der Wahl der Mittel. Je nach Vermögen und Möglichkeiten hat jeder seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Während der Terrorist meint, der Sache Allahs durch Gewaltanwendung besser dienen und sie schneller zum Ziele führen zu können, glauben viele Muslime an andere Möglichkeiten, unter Ausnutzung von beispielsweise Zeit, Demographie, List und Da´wa. Alle dienlichen Mittel sind durch Allah legitimiert und somit erlaubt, denn gut ist, was der Sache Allahs dient, gut ist, was dem Islam nützt.
Die Übergänge von friedlichen gläubigen Muslimen, die wir in unsere Verblendung in die höchsten Staatsämter hieven, und den Terroristen sind fließend. Sie sind auch nicht stabil und können jederzeit kippen, je nach Situation und Gesinnungswandel. In diesem Sinne ist jeder gläubige Moslem ein potentieller Terrorist. Es ist der größte und folgenschwerste Irrtum unserer Zeit, neben dem der Kirche, dass Allah und der Christengott identisch sind, zu glauben, dass der im Grunde vermeintlich friedliche Islam von den wenigen Terroristen politisch nur missbraucht wird. Unter dem Deckmantel der Fiedlichkeit gelangt der Islam zur Macht.
Der Grund der Gemeinsamkeit ist letztlich die Tatsache, dass sich beide, ob Terrorist oder gläubiger friedlicher Moslem, auf ihre verbindlichen Glaubensgrundlagen beziehen, und das sind der Koran, die Sunna und die Scharia. Auch haben beide ohne Einschränkung die lebenslange Verpflichtung, sich um die Sache Allahs zu bemühen, was der Terminus „djihad“ ausdrückt. Sie haben ebenso den göttlichen Auftrag, alle Menschen unter das Gesetz Allahs zu einen, um das erstrebte Endziel der Menschheit, die Umma mit einem Kalifen an der Spitze, zu erreichen.
Am Bosporus trennen sich die Kulturen. Was nicht zusammen passt , sollte man
nicht zusammen zwingen. Jedoch , wir dürfen nicht
verzagen. Der Widerstand gegen die islamische Landnahme wird größer und
die islamkritischen Parteien bekommen Zulauf . Das schon länger anhaltende
weltweite Übel ist und bleibt der islamische Terror. War er vor Jahren noch
weit weg in New York , so ist der Terror näher gerückt nach England , nach
Dänemark , nach Frankreich. Doch nun ist der Terror hier , direkt vor der
eigenen Tür , im beschaulichen Sauerland . Zwar wurde dort der grosse Knall
verhindert aber es hat gezeigt , dass die koranverliebten Terrorbrüder mitten
unter uns leben. Auch hat sich gezeigt das die Moscheen nicht nur frommer
Ort , sondern Brutstätten für den Terror gegen unsere freiheitliche Lebensform
sind. So schleichend wie der Terror zu uns kam , so schleichend kommt auch
über den Islam die Scharia zu uns . In England haben wir das beste Beispiel ,
wie schnell so was gehen kann. In London ,Bradford, Manchester , um nur
einige Städte zu nennen , wird die Scharia bereits angewandt. In Holland
wurden auch schon Stimmen laut mit dem Ruf nach der Scharia , doch die sind
nach dem grandiosen Sieg des mutigen Geert Wilders verstummt , wohl
ahnend , dass der dem Treiben ein Ende setzen wird. Den beiden grossen
deutschen Volksparteien CDU und CSU sollte man den Zusatz C im Namen
aberkennen, zumal deren Vertreter bei jeder Einweihung einer neuen
Moschee zu den ersten Gratulanten gehören wider besseren Wissens , dass
dort nur Frieden gepredigt wird. Wer uns dann noch den Islam als Bereicherung andrehen will wie Claudia R von den Grünen , hat am Fortbestand unserer Kultur kein Interesse.
Ben Rather schrieb am 18. Juli 2009 09:37:
“Am Bosporus trennen sich die Kulturen.” …..
“Wer uns dann noch den Islam als Bereicherung andrehen will wie Claudia R von den Grünen , hat am Fortbestand unserer Kultur kein Interesse.”
Dem freien Individuum mit der Fähigkeit des kritischen Denkens, der mitmenschlichen Verantwortung und des allgemeinen Rechtsempfindens, die ihren Ursprung in der griechischen Philosophie, der jüdisch-christlichen Religion und dem römischen Recht hat, steht ein vom Islam geprägter Mensch gegenüber, der sich wie ein Sklave Allah unterwirft und keine Frage nach dem „warum“ an ihn zu stellen hat, der sein kurzes Leben an der Entscheidung misst, ob ewige Verdammnis mit unsäglichen Qualen oder ewige Sinnesfreuden folgen, der sein ganzes Dasein und Denken ausrichtet nach einem Buch und einem Menschen, die seinen Charakter, meist von Kindheit an prägen, und der schließlich einer übergeordneten Gemeinschaft der Zukunft uneingeschränkt zu dienen hat.
Die Frage ist nicht unberechtigt, in wieweit die Zuwanderung von Muslimen Deutschland geistig, kulturell und materiell vorangebracht hat. Durch welchen geistigen oder moralischen Gehalt im Islam sollte denn eine humanisierende Wirkung erfolgen? „Die Geschichte hat nur zu deutlich gezeigt, mit welcher Brutalität Mohammed seine Kritiker beseitigte bzw. beseitigen ließ, wie er Verträge brach, Menschen verstümmelte, Lösegeld erpresste und den Stämmen Arabiens auf der Spitze seines Schwertes den Islam aufzwang. Wer sich diesen Propheten zu seinem Vorbild auserkoren hat, wird sicherlich nicht die Absicht haben, die Demokratie noch demokratischer zu machen“, oder gar Humanität zu verbreiten (Zitat nach Michael Steiner: „Die islamischen Eroberer“; S. 188).