Martin Lohmann aus Bonn ist einer der wenigen bedeutenden Journalisten und Publizisten, die sich offen zum
Christentum und insbesondere zu ihrem katholischen Glauben bekennen. Lohmann ist mit den Großkopferten der katholischen Kirche bestens bekannt, hat eine Reihe von bemerkenswerten, letztlich CDU-kritischen Büchern geschrieben und kannte den verstorbenen Papst ebenso wie Benedikt XVI. Wenn so einer, der noch dazu Mitgründer des Kardinal-Höffner-Kreises in der Union und stellvertretender Vorsitzender der sehr katholischen Joseph Höffner-Gesellschaft ist, die Parteichefin ankeilt, gewissermaßen mit der xfach belegten Autorität des durch und durch christlichen CDU-Mitglieds, dann kann es der sozialistisch sozialisierten protestantischen Pfarrerstochter Angela Merkel schon mal sauer aufstoßen.
Martin Lohmann, der auch für die Deutschlandwoche schreibt, gerät dieser Tage in die Rolle eines der prominentesten Merkel-Kritikers. Das liegt hauptsächlich an seinem Buch “Das Kreuz mit dem C – wie christlich ist die Union?”, in dem er seine Parteichefin deutlich abseift. Sie sei eine “Ich-AG”, eine “eiskalte Rechnerin” – und vor allen Dingen vernachlässige sie das besagte C. Deutschlandwoche-Leser kennen das Thema.
In dieser Woche nimmt der Spiegel in seiner Titelstory Lohmann als Protagonisten jener in der Volkspartei, die bei Merkel ganz und gar das Christliche vermissen. Zitat:
Lohmann ist Katholik, Journalist und unbequemes CDU-Mitglied. Er hat ein Foto von sich, seiner Familie und dem Papst in seinem iPhone. Manchmal schreibt er auch Kommentare in „Bild“. Er hat ein Buch veröffentlicht. „Das Kreuz mit dem C – wie christlich ist die Union?“ Darin geht es um das
C, es geht aber auch um Angela Merkel, die Lohmann eine Ich-AG nennt, „die beste Ich-AG“, die er kenne, und eine, die die CDU in ihrem Wesenskern bedrohe.
Auch die Rheinische Post thematisiert die Kritik am fehlenden “C” heute und nimmt Martin Lohmann als Zeugen her. Und viele Medien beschreiben genüsslich die Szene, als Lohmann der Kanzlerin bei einem Treffen in Berlin sein Buch über das “C” überreichen wollte. Mit dem Hinweis, sie habe gerade die Hände voll, wehrte sie ab. Dabei hatte sie nur einige Manuskriptblätter in der Hand. Lohmann brachte ihr das Buch ins Kanzleramt – mit Widmung: “In kritischer Solidarität…”
Hier ein Porträt der Kanzlerin im ZDF-heute-Journal, in dem Martin Lohmann zu Wort kommt.
Blogkon: Hat Merkel-CDU Angst vor Katholiken?

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