“Tit-for-Tat”

November 30, 2009 by osi 

André F. Lichtschlag (Zeichnung), Gründer und Herausgeber von “eigentümlich frei” freut sich über Henryk M. Broders Bewertung der Schweizer Minarett-Entscheidung und macht sich weitergehend kluge eigene Gedanken dazu:

„Spiegel“- und „Welt“-Ausnahmejournalist Henryk M. Broder hat zum Schweizer Minarett-Entscheid im Vergleich zu seinen Schnarchnasen-Kollegen mal wieder den originellsten Kommentar publiziert.

Broder betrachtet das Gestammel der Gutmenschen-Kollegen als „luschtig”. Die Schweizer, so Broder, „sind die erste europäische Nation, die sich in einer freien Abstimmung gegen die Islamisierung ihres Landes entschieden hat“. Es sei tatsächlich eine Abstimmung gegen eine bisherige „Asymmetrie“, denn „Moslems dürfen in Europa Gebetshäuser bauen, Christen in den arabisch-islamischen Ländern dürfen es nicht. In Afghanistan und Pakistan droht Konvertiten die Todesstrafe, Touristen dürfen nach Saudi-Arabien nicht einmal Bibeln im Gepäck mitführen.“ Das, so Broder, „sind Zustände, die nicht toleriert werden können“. Nun sei die Zeit für das alte jüdische „Tit-for-tat-Prinzip“ gekommen: „So wie zwischen den Regierungen Slots für die Fluggesellschaften ausgehandelt werden, werden jetzt auch Landerechte für den Bau von religiösen Einrichtungen vereinbart. Wenn es in Bonn eine König-Fahd-Akademie geben kann, die nicht der Schulaufsicht untersteht, muss es in Riad oder Jedda eine Evangelische, eine Katholische oder eine Akademie für Theorie und Praxis des Atheismus geben können. Wenn iranische Frauen in Vollverschleierung durch München flanieren können, müssen europäische Frauen in der Kleidung ihrer Wahl durch Teheran oder Isfahan gehen dürfen, ohne von den notgeilen Greifern der Sittenpolizei belästigt zu werden.“

Hier zum Volltext (mit link zum erfreulich knackigen Broder-Kommentar)

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