Der Unsinn der Reaktionsspirale – Beispiel Nacktscanner

Januar 11, 2010 by osi 

“Schuhbomber” Richard Reid, ein britisch-jamaikanischer Islam-Konvertit, wollte mit einer Sprengladung in den Schuhen vor acht Jahren einen American Airlines-Flieger auf der Route Paris-Miami mit rund 200 Passagieren vom Himmel bomben. Eine Flugbegleiterin vereitelte das Attentat.

Doch seitdem muss man an vielen Flughäfen die Schuhe ausziehen, in den meisten Fällen werden sie mit dem Metalldetektor besonders untersucht. Das nützt recht wenig, suggeriert jedoch Sicherheit, es beschäftigt Sicherheitspersonal und stiehlt uns Zeit.

Im August 2006 wollten Attentäter Flugzeuge mit flüssigen Sprengladungen auf Flügen ex London zum Absturz bringen. Die Anschläge wurden vereitelt.

Seitdem dürfen wir bis auf minimale Mengen keine Flüssigkeiten mehr mit an Bord nehmen, wenn wir fliegen wollen. Auch dies verhindert keine Attentate, doch es bringt für Millionen Fluggäste gravierende Unannehmlichkeiten mit sich.

Am 26. Dezember 2009 versuchte der muslimische Attentäter Umar Faruk Abdulmutallab. im Anflug auf Detroit, einen an seinem Bein befindlichen Sprengsatz zu zünden. Ein Passagier ging beherzt dazwischen und vereitelte dies.

Jetzt sollen die so genannten Nackscanner eingeführt werden. Dies berührt Fragen der Intimität, wird viel Geld kosten und letztlich die Flüge verteuern.

Am xx. xx. xxxx wird ein/e Attentäter/in sich einen Sprengsatz in eine Körperöffnung stecken.

Erfolgt dann bei Passagieren die proktologische Untersuchung vor Abflug?

Ergo: Stopp dem Prinzip der Reaktionsspirale, das technische Mittel immer erst dann einsetzt, wenn ein entsprechendes Attentat versucht oder verübt worden ist ! Es ist Zeit für Aufklärung vor Ort. Menschen, die etwas zu verbergen haben, zeigen Symptome. Sie schwitzen vielleicht, ihre Augen sind womöglich unstet, sie verhalten sich in mancherlei Hinsicht von der Norm abweichend. Solche Dinge müssen in den Fokus. Dann muss Oma nicht die Schuhe ausziehen, weil es selten ist, dass Omas sich in die Luft sprengen, aber junge Menschen mit dem leicht irren Blick wird man vielleicht vorher erkennen – mit menschlicher Intelligenz und ohne viel Technik.

Dies ist kein Plädoyer für die Abschaffung computerbasierter Evidenz-Gewinnung. Lange schon werden etwa Undercover-Polizisten in Moscheen eingesetzt und die Erkenntnisse werden in Berlin gesammelt. Muslime, die verdachtsmäßig auch nur in in die Nähe des Terrorismus geraten, gehören in die zentrale Datenbank, auf die alle Polizeibehörden zugreifen können.

Frau muss ohne Schuhe fliegen

Was bisher in Sachen Sicherheits-Check passiert, ist nicht mehr als ein gewaltiges Beschwichtigungsprogramm für Passagiere. Im übrigen kann ein Attentat im vollbesetzten Fußballstadion, im ICE – man denke an die gestoppten Sauerland-Bomber – oder in jeder beliebigen anderen Situation, in der es große Menschenansammlungen  gibt, gravierendere Folgen haben als ein Anschlag an Bord eines Flugzeuges.

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