Martin Lohmann (AEK): Regierungskoalition bietet “Jammerbild” – Scheitert Merkel am “System Merkel”?

Juli 8, 2010 by osi 

Der Journalist und Buchautor Martin Lohmann (Foto), Vorsitzender des Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK) in der CDU, hat mit scharfen Worten den Regierungsstil der Koalition kritisiert. Lohmann:

„Es ist ein Jammerspiel, was die Regierungskoalition unter der Nicht-Führung von Angela Merkel für ein Bild abgibt. Inzwischen wird öffentlich darüber spekuliert, ob Kanzlerin und Vizekanzler ihren Aufgaben überhaupt gewachsen sind. Mehr und mehr entsteht der Eindruck, als laufe das System Merkel Gefahr, am System Merkel zu scheitern.”

Es fehle an Führungs- und Fachkompetenz, die dringend benötigt würden. Die CDU, so Lohmann, habe “den Auftrag und die Fähigkeiten, entschlossen und nachhaltig Politik aus christlicher Verantwortung zu gestalten.”  Davon sei jedoch “im Misstrauens- und Verzögerungscamp der Parteichefin wenig zu spüren”.

Ebenso wie CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sich zuletzt in mehreren Interviews entschlossen zur christlichen wie auch zur konservativen Wurzel der CDU bekannt habe (“Wir brauchen einen selbstbewussten Konservatismus, der sich den Herausforderungen der Zeit beherzt stellt”), sollte Frau Merkel sich beherzt der zukunftsentscheidenden Themen annehmen.

Lohmann:

“Wir erwarten einen raschen Erkenntniszuwachs vor allem in der Familien- und Sozialpolitik, wo offenbar der Mut zu Gerechtigkeit und Solidarität unterentwickelt zu sein scheint. Die Brückenbauerfunktion, die sich Bundespräsident Christian Wulff zu Eigen gemacht hat, ist zugleich eine Herausforderung für die christlich-bürgerliche Regierung: Brücken zu bauen zwischen Arm und Reich, zwischen Alleinstehenden und Familien, zwischen Erwachsenen und Kindern.
Von der Parteivorsitzenden erwarten wir, dass sie sich gerade nach den neuesten Entscheidungen des BGH, die den Embryonenschutz untergraben, endlich eindeutig zur wirklichen Unantastbarkeit des Lebens positioniert. Die Tatsache, dass bei den derzeit 120 Mitarbeitern des Konrad-Adenauer-Hauses ein großer Teil nicht CDU-Mitglied und ein großer Teil nicht einmal getauft ist, sollte und darf sie nicht daran hindern, dem christlichen Profil in unserer Partei endlich wieder eine Chance zu geben. Einen weiteren Verlust der Glaubwürdigkeit als den in den vergangenen Monaten können wir uns als CDU wahrlich nicht leisten.“

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