Brandstifter Sarrazin?

August 31, 2010

Wenn es im deutschen Unterholz brennt, dann deshalb weil Politiker aller Parteien, insbesondere der Grünen, über viele Jahre statt Einwanderungspolitik zu betreiben eine menschenverachtende Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit an den Tag gelegt haben – Gleichgültigkeit sowohl den eingewanderten Menschen gegenüber als auch gegenüber der aufnehmenden Gesellschaft.

Jetzt ruft Sarrazin “Feuer” und wird behandelt wie der Brandstifter.

Die letzten Bundesregierungen, die jetzige eingeschlossen, haben es versäumt, eine Deutschland angemessene Einwanderungspolitik zu machen: Keine Selektion, kein Anforderungsprofil, kein Zuzug gemäß den Bedürfnissen dieses Landes, in dem zu wenige Menschen sich für Nachwuchs entscheiden.

Der ungeregelte Zuzug ungebildeter Wohlstandsflüchtlinge aus Anatolien, dessen Auswirkungen sogar die Süddeutsche Zeitung hier beklagt, ist das Ergebnis einer Politik, die viele Millionen in zweifelhafteste Integrationsprojekte steckt anstatt Integration knallhart einzufordern, was mit dem Spracherwerb beginnt. Das Ergebnis ist die zunehmende Bildung von Ghettos, von Parallelgesellschaften in vielen deutschen Städten, in denen Türkisch die Verkehrssprache ist, “Ehre” und Macho-Verhalten bedeutsam sind, die Religiosität immer wichtiger wird und Werte und Normen der Aufnahmegesellschaft oftmals erkennbar abgelehnt werden.

Selbstverständlich kann man sich über Sarrazins Buch fetzen, er hat ausdrücklich dazu aufgefordert. Der streitbare Sozialdemokrat seit 37 Jahren ist ein hochintellektueller Quälgeist. Ihn in die rechte Ecke zu stellen, nur weil Deppen aus dem braunen Lager ihn (auch) bejubeln, ist lächerlich.

Angela Merkel täte gut daran, auf den Umstand unverzüglich zu reagieren, dass die Kommentarspalten bei den Online-Auftritten der etablierten Medien sowie bei Blogs überlaufen und dass die breite Mehrheit der Menschen auf Seiten Sarrazins steht.

Merkel wurde gewählt und sollte ihre Wähler ernst nehmen.

BILD: Warum fallen alle über Sarrazin her?

BILD: 88 % der bild.de-Leser, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, sind dagegen, dass die Bundesbank ihn rausschmeißt.

Hans Olaf Henkel verteidigt Sarrazin im Focus: “Ich dachte, wir hätten Meinungsfreiheit”

Hamburger Abendblatt: Was darf man heute sagen, was lieber nicht? Was meinen Sie?

BILD: Galgenfrist für Sarrazin

Multimedial: Sarrazin-Mania geht weiter

August 30, 2010

Soeben geht die Thilo Sarrazin-Diskussion bei “Beckmann” zu Ende. Obwohl die große Begabung Sarrazins nicht daran liegt, polemisch und punktgenau und in simpler Sprache zu argumentieren, sind mehr als 70 Prozent der Zuschauer seiner Meinung, wie Reinhold Beckmann eben verkündete. [mehr...]

SPD will Sarrazin rausschmeißen – Bundesbank-Chef Weber kündigt Erklärung an

August 30, 2010

Die Nachricht platzte mitten in die Buchvorstellung Thilo Sarrazins in der Bundespressekonferenz, bei der ihn die türkischstämmige Soziologin Necla Kelek unterstützte: Der SPD-Parteivorstand will ein Ausschlussverfahren einleiten. Und Bundesbank-Chef Axel Weber hat laut BILD für heute Nachmittag eine Erklärung angekündigt – geht es dabei um Sarrazins Entlassung?  Die FAZ will dies erfahren haben.

Heute Abend diskutiert Sarrazin (Foto: bild.de) bei Beckmann (ARD, 22.45 Uhr) mit Renate Künast (Grüne), der niedersächsischen Integrationsministerin Aygül Özkan und weiteren Gästen. Özkan hatte erst kürzlich versucht, eine mediale Maulkorb-Regelung zum Thema Migration einzuführen. Auch Report Mainz (ARD, 21.45 Uhr) wird sich mit Sarrazin befassen, der nach eigenem Bekunden davon ausgeht, dass er auch Ende des Jahres noch Bundesbank-Vorstand sein wird.

Wir werden kontinuierlich Updates veröffentlichen.

Liveticker bei Spiegel Online

Der Mediendienst meedia.de mit zahlreichen Pressestimmen.

Der Störenfried - von Thomas Eppinger

90 % von aktuell mehr als 20.000 Teilnehmern einer bild.de-Umfrage sind dafür, dass Sarrazin in der SPD bleibt und stimmen der Aussage zu: “Auch als Sozialdemokrat muss es erlaubt sein, seine Meinung frei zu äußern”.

Sehr lesenswert: Schirrmacher, FAZ: Ein fataler Irrweg

Medien-Dampfwalze Thilo Sarrazin – morgen Bundespressekonferenz und Beckmann

August 29, 2010

Zurück aus dem Boots-Urlaub in Stockholm und schwedischen Gewässern, stößt man nach zweiwöchiger Medienabstinenz hierzulande mitten hinein in die brodelnde Diskussion um Thilo Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab”. Da bei amazon vorbestellt, werde ich es Montag im Büro vorfinden.

Es gibt Rätsel auf, dass eine ganze Reihe von Politikern, Kanzlerin Merkel inklusive, Sarrazins Buch bereits verurteilt, obwohl es noch nicht auf dem Markt ist. Wer sich das Recht herausnimmt, in gesellschaftliche Wundgebiete zu piksen, über den fällt die gesamte Politmeute geifernd her, ohne alle Fakten zu kennen – gleich ob Sarrazin-Parteigenossen wie Sigmar Gabriel, die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) oder Außenminister Guido Westerwelle (FDP): Alle gegen Einen, alle gegen Sarrazin. Die Damen und Herren in Berlin scheinen zu ahnen, dass hier eine explosive Diskussion entfacht wird, der sie nicht entgehen können.

Eine der wesentlichen Thesen Sarrazins, dass Muslime sich schlecht integrieren und zur Segregation neigen, kann man nicht nur in Deutschland, sondern weltweit beobachten, so auch in Schweden. Freunde erzählten von ihrer Sorge um die Islamisierung des Landes, die in Malmö, Schwedens drittgrößter Stadt, am weitesten fortgeschritten ist: Muslime stellen hier bereits 25 % der Bevölkerung, der meistgewählte Jungenname ist Mohammed und die Arbeitslosigkeit im islamischen Viertel Rosengard beträgt 70 %.

Der heutige Sonntag gehört Sarrazin – siehe Bild am Sonntag, FAZ am Sonntag, Welt am Sonntag.

Besonders lesenswert ist auch dieses ZEIT-Interview, in dem sich die Redakteure Özlem Topcu und Bernd Ulrich an dem wortgewandten und faktenfesten Provokateur die Zähne ausbeißen, es will ihnen einfach nicht gelingen, ihn in die rassistische Ecke zu stellen. Interessant auch die Interviews auf Deutschlandradio Kultur und im Deutschlandfunk, dessen Redakteur Tobias Armbrüster Sarazzin nicht beikommen kann.

Rund 1000 Zeitungsartikel über einen Mann, dazu zahllose Rundfunk- und TV-Meldungen und Internet-Beiträge. Sarrazin ist eine Medien-Dampfwalze. Und diese kommende Woche gehört ihm:

  • Montag stellt er vor der Bundespressekonferenz sein Buch vor, genauer: Die gebürtige Türkin Necla Kelek, Soziologin und Autorin, wird das Buch präsentieren. Vor der Tür wollen SPD und Grüne und Sonstige protestieren – kostenlose Werbung! Von dem Buch wird bereits die dritte Auflage gedruckt und bei amazon steht es auf Platz 1.
  • Montagabend, 22:45 Uhr, gibt es ein Diskussions-Highlight bei “Beckmann“.  Sarrazin muss hier verbal u.a. gegen die Grüne Renate Künast und die muslimische CDU-Integrationsministerin Aygül Özkan aus Hannover fechten. Letztere hatte erst kürzlich versucht, eine mediale Maulkorb-Regelung zum Thema Migration einzuführen.
  • Zuvor wird “Report Mainz ” (ARD, 21:45 Uhr) über Sarrazin herfallen, wie der Titel vermuten läßt: “Rechtsextreme feiern den SPD-Mann als neue Ikone”.

NACHTRAG: Merkel drischt im ARD-Sommerinterview auf Sarrazin ein, er grenze aus und vergrößere die Probleme. Bei der Bundesbank werde man “darüber zu reden” haben.

NACHTRAG II: Focus-Interview: “Niemand wird beleidigt, niemand wird diffamiert

Für Türken sind wir “ein Volk von politischen Masochisten”

August 16, 2010

Der Sozialwissenschaftler Manfred Kleine-Hartlage hat ein Buch über das Gesellschaftsmodell des Islam und die Unvereinbarkeit mit der westlichen Demokratie geschrieben: “Das Dschihad-System”.  Hier ein Interview mit ihm, hier ein Auszug:

Das größte Hemmnis ist, dass man unsere Gesellschaft als eine Gesellschaft von Ungläubigen ablehnt und als minderwertig ansieht. Außerdem identifizieren sich Muslime in einem Maße mit der eigenen Gruppe, wie das bei uns nicht mehr üblich ist. Auf unserer Seite gibt es hingegen keinerlei Identifikationsangebot. Für jemanden, der aus der Türkei kommt, also aus einem Land, in dem eine sehr starke Nationalidentität gelebt wird, ist es schlicht und einfach unattraktiv, sich einem Volk von politischen Masochisten anzuschließen, das völlig übertriebene Selbstkritik für eine Tugend hält. Die Türken sind ja bereits in einer Gemeinschaft, sowohl religiös als auch national, in der sie sich ganz gut aufgehoben fühlen. Warum sollten sie daran etwas ändern wollen, zumal sie ja wissen, dass allein die Fortsetzung der gegenwärtigen demographischen Trends ihnen über kurz oder lang die Mehrheit bescheren wird und es ihnen dann erspart bleibt, sich den Anpassungsprozessen zu unterwerfen, die mit Integration nun einmal verbunden sind, und die immer anstrengend und auch schmerzhaft sein werden?

Tagesspiegel: Türkische Nationalisten gegen Gottesdienst

Münchner Merkur: CSU-Generalsekretär Dobrindt dafür, Milliarden-Hilfe für die Türkei zu stoppen

Bürgermeister der Messerstecher-Metropole Hamburg: Von bürgerkriegsähnlichen Zuständen “sind wir noch entfernt”

August 15, 2010

„Ich komme gerade aus Paris zurück. Von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in einigen Vororten dort sind wir noch entfernt. Aber bestimmte Stadtteile unterscheiden sich in ihrer Struktur nicht von Pariser Brennpunkten.“

Markus Schreiber (50), Bezirksbürgermeister in Hamburg-Mitte, in einem erstaunlich offenen Interview mit BILD über die hohe Zahl der Immigranten in Hamburg und die Auswirkungen auf die Messerstecher-Metropole Hamburg.

Kein Fackelzug gegen die Unterdrückung von Christen

August 15, 2010

Von Ansgar Lange

Der Islam erhebt Anspruch auf die Weltherrschaft. Opfer dieses Anspruches sind oft Christen, die verfolgt, diskriminiert, ihrer Rechte beraubt oder sogar getötet werden. Die westliche Welt will davon wenig Kenntnis nehmen. Lieber suhlt sie sich im Schuldkult und beklagt, was das Christentum angeblich alles auf dem Kerbholz habe. Es ist das Verdienst von Joachim Feyerabend, einen Blick auf die häufig verzweifelte Lage der Christen zu werfen. In Ländern wie Nordkorea und China wird das Kreuz von Hammer und Sichel bekämpft. Doch in den meisten Ländern dieser Erde geht die Gewalt von Islamisten aus, die nicht nur im Iran, Afghanistan oder Saudi-Arabien ihr Unwesen treiben. Feyerabend beleuchtet in kurzen Kapiteln die Praxis der Christenverfolgung in über 50 Ländern.

Auch wenn durchgeknallte CDU-Politiker wie Ruprecht Polenz dies anders sehen und einen EU-Beitritt der Türkei herbeisehnen: Die Türkei gehört eindeutig in die Reihe der Länder, in denen Christen als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. [mehr...]

Warum Obamas Stern sinkt

August 14, 2010

Derzeit ist US-Präsident Barack Obama bei den Konservativen im Lande in Verschiss, weil er sich dafür ausgesprochen hat, in der Nähe des Ground Zero in New York City eine Moschee zu errichten. Doch in allen Umfragen der letzten Zeit sinkt sein Stern – aus vielerlei Gründen. Ein Brite hat die zehn wichtigsten aufgelistet.

Das Auslaufmodell CDU

August 14, 2010

Lion Edler schreibt in “eigentümlich frei” über das Auslaufmodell CDU als christdemokratische Partei. Auszug:

Die CDU betreibt sagenhafte sozialistische Umverteilungspolitik, den bedenkenlos ausufernden Schuldenstaat (Pro-Kopf-Verschuldung derzeit: etwa 20.000 Euro), Quasi-Verstaatlichungen von Banken, Gender-Mainstreaming, sozialistische Familienpolitik mit massivem Krippenausbau und Entmündigung der Familien, Vorbereitung der Einheitsschule, Multikulti und einseitigen ,,Kampf gegen Rechts”. Dies alles dürfte selbst vielen CDU-Mitgliedern bekannt sein, auch wenn die Partei für diese hauptsächlich nur noch eine Karriereleiter oder eine Art Freizeittreff für gelangweilte Rentner oder eine Mischung aus beidem ist. Was viel mehr in Rage bringen muss, ist die Tatsache, dass die Partei nicht einfach dazu steht, dass sie lupenrein links ist.

Freuen auf Google Street View!

August 13, 2010

Google Street View scheint derzeit das wichtigste innenpolitische Thema Deutschlands zu sein, noch knapp vor der “Rente mit 67″ und der Umgestaltung der Bundeswehr in eine Berufsarmee.

Menschen sehen ihre Persönlichkeitsrechte bedroht, Datenschützer drehen am Rad und Verbraucherministerin Ilse Aigner will ihr Haus mit Pixeln verhängen lassen.

Was soll dieser Unsinn? Was passiert denn bei google streetview eigentlich?

Kameras filmen das was ohnehin jeder sehen kann, wenn er durch die Straßen geht, nicht mehr. Wo ist das Problem? Wie schön und hilfreich der Street View ist, kann man sich hier anschauen. Google hat uns bereits Google Earth geschenkt und bringt die Welt jetzt noch stärker zusammen, erlaubt virtuelle Spaziergänge, die Befriedigung von Entdeckerlust.

Wenn der Street View-Kamerafahrer mal Pause braucht, ist er bei mir gern zum Kaffee eingeladen. Ich freue mich auf Google’s Street View in Deutschland.

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