Im libyschen Misrata tobt ein erbitterter Kampf zwischen Gaddafis Soldaten und den Rebellen. In Syrien und Jemen ist der Teufel los. Doch die ARD hat zielsicher das Thema des Tages entdeckt: Mit geschlagenen fünf Minuten eröffnete heute die 20-Uhr-Tagesschau mit einem Beitrag über Anti-Atom-Proteste in Deutschland.
Fünf Minuten Meinungsprägung durch aktuelle Bilder. Fünf Minuten erneuter Beleg für eine voreingenommene Tagesschau-Redaktion, die Wichtigkeit von Ereignissen nicht einzuschätzen weiß und Bewertungen nach Maßstäben der politischen Korrektheit vornimmt.
Selbst dem dümmsten Volontär in der Tagesschau-Redaktion müßte die Sicherung durchbrennen, wenn ein pubertierender Demonstrant sich voller jugendlicher Inbrunst für mehr Windparks einsetzt und die Redaktion diesem Quatsch wertvolle Sendezeit einräumt.
Der potenzielle Beitrag der Windenergie zum Strombedarf Deutschlands betrug 2010 9,4 % – und das bei einer für viele Menschen bereits unerträglichen Verspargelung der Landschaft.
Man stelle sich vor, wie viele Windräder sich bei Verzehnfachung der Kapazität in Deutschland drehen müßten. In jedem Fall sollte man nicht vergessen, Kai Gniffke (Foto), dem für die Tagesschau verantwortlichen ARD Aktuell-Chefredakteur, einige davon direkt vor sein Privathaus zu setzen.
Beim kurzen Online-Check räumt nur die linke Frankfurter Rundschau dem Thema Anti-Atom-Demo einen ähnlichen Stellenwert ein wie die Tagesschau.

Man müßte endlich böse Atome von den Guten trennen.
Wir sollten Greenpeace das aussortieren lassen …
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