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“Wir haben einen Bundespräsidenten, der Journalisten bedroht, weil diese ihrem demokratischen Auftrag nachkommen.”

2. Januar 2012 by

Kein guter Start ins neue Jahr für Bundespräsident Christian Wulff: Die von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung präsentierte Enthüllung, wonach Wulff höchst unpräsidial dem Bild-Chefredakteur Kai Diekmann mit dem “endgültigen” Bruch gedroht habe, ist seit Samstag, als die FAS den Artikel ins Netz stellte, ein Dauerbrenner in allen Medien.

FAS und Süddeutsche schlugen am kräftigsten zu, doch nahezu alle Medien, von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) vor zwei Tagen noch wegen ihrer Wulff-Berichterstattung gerügt, griffen das Thema auf. Ein Bundespräsident, der Journalisten bedroht, das geht gar nicht. BILD hat über den Anruf bei Diekmann bislang nicht berichtet, jedoch ausgiebig Pressestimmen dokumentiert. Heute berichtet Deutschlands größte Zeitung über die internen Ermittlungen zum Kredit bei der BW-Bank.

Der wichtigste deutsche Branchendienst der Medien, meedia.de, bezog heute gleichfalls Stellung. Hier der Kommentar des Chefredakteurs Stefan Winterbauer, dem die Überschrift als Zitat entnommen wurde.

Wulffs Rücktritt ist überfällig. Bleibt er, beschädigt er das Amt irreparabel. Die Berliner Zeitung kommentiert treffend wie folgt:

“Wir geben unserem Präsidenten ein Schloss, damit er uns, das Volk, mit Stil und Würde repräsentiert. Wir geben ihm viele Mitarbeiter, damit er zu uns sprechen kann mit einer Fachkenntnis und Autorität, die uns zuhören und hoffentlich dazulernen lässt. Gemessen andiesem Anspruch kann man nur sagen: Nicht die Affäre ist ‘zu klein’ für einen Präsidenten. Dieser Präsident ist zu klein für sein Amt”

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